Landwirtschaftliche Ersatzmassnahmen

Die ökologischen Ersatzmassnahmen nach NHG kennen wir schon seit langem: wenn ein Projekt realisiert wird, das Auswirkungen auf die Natur und Umwelt hat, müssen ökologische Ersatzmassnahmen realisiert werden. Meistens leidet die Landwirtschaft, da neben der Fläche, die für das Infrastrukturprojekt benötigt wird, der Landwirtschaft auch Flächen für die ökologischen Ersatzmassnahmen entzogen werden.

Der gleiche Gedanke der bei der Ökologie gilt, kann auch für die Landwirtschaft richtig sein: Wenn durch den Bau von Infrastrukturanlagen der Landwirtschaft Flächen verloren gehen, sollte die verlorene Fläche durch Ersatzmassnahmen zwingend kompensiert werden. Da der Boden ein nicht vermehrbares Gut ist, kann die Kompensation nur in den seltensten Fällen durch Ausscheidung von neuen landwirtschaftlich nutzbaren Flächen erfolgen. Folglich müssen Möglichkeiten gesucht werden, um die Produktivität der verbleibenden landwirtschaftlichen Nutzflächen zu verbessern.

Eine Möglichkeit, die Produktivität zu verbessern, ist die Erstellung der notwendigen Infrastruktur, um in Gebieten die grossflächige Bewässerung von landwirtschaftlichen Kulturen zu ermöglichen. Im Pflanzenbau werden der Klimawandel und die damit zusammenhängenden Sommertrockenheiten zunehmend zum limitierenden Faktor. Die bisherige Bewässerung aus Flüssen und Bächen führt bei Trockenperioden immer zu Konflikten mit dem Gewässerschutz. Also dann, wenn die Landwirtschaft Wasser braucht, darf sie nicht oder nur beschränkt auf die Oberflächengewässer zurückgreifen. Was hier dringend nötig wäre: eine Infrastruktur zur Bewässerung von landwirtschaftlichen Kulturen, die es ermöglicht, die Ertragssicherheit eines ganzen Gebietes abzusichern.

Solche Infrastrukturanlagen sind für einzelne Betriebe kaum realisierbar. Es braucht regionale Konzepte und eine Umsetzung mit Unterstützung von Seiten Bund und Kanton. Wenn solche Projekte als landwirtschaftliche Ersatzmassnahmen realisiert werden können, haben die Bodenverbraucher sich an den Kosten in markantem Umfang zu beteiligen, um so der Landwirtschaft die Produktionsmöglichkeiten zu erhalten.

Als Beispiel eines solchen Projektes könnte beispielsweise verlangt werden, dass als Kompensation für den Ausbau der A1 im Gäu eine landwirtschaftliche Bewässerungsstruktur geschaffen wird. Eine Bewässerungsinfrastruktur, die nicht nur für den Gemüsebau, sondern auch für Ackerbau und den Futterbau bei Bedarf genutzt werden kann und die nicht bei Trockenheit eingeschränkt wird.

Solche Ersatzmassnahmen sind im Rahmen der gegenwärtig laufenden landwirtschaftlichen Planung zu verlangen. Nur wenn solche Forderungen rechtzeitig gestellt werden, kann die Landwirtschaft eine Kompensation für die Schäden durch den Bodenverbrauch erreichen.

14.06.2017; Peter Brügger

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