Die Dampffräse erhitzt den gut gelockerten Oberboden auf 70 Grad. Um die Temperatur möglichst lange zu halten, wird der Boden danach mit einer Folie abgedeckt.                                                   (Bild zVg)

 

Hoffnung gegen Erdmandelgras

Diese Woche konnten im Wasseramt und Limpachtal zwei Dampf-Testeinsätze zur Erdmandelgrasbekämpfung durchgeführt werden. Das Gerät aus Italien weckt Hoffnung, dass gegen das lästige Zyperngras eine wirkungsvolle Bekämpfung in der Ackerkrume möglich ist. Für einen grossflächigen Einsatz ist die Methode jedoch zu aufwändig und zu teuer. Umso wichtiger ist es deshalb, eine weitere Ausbreitung zu verhindern.

Mit Branntkalk und Dampf das Mandeldepot vernichten

Die Dampffräse Bioflash der Firma Celli wurde für den Einsatz im Treibhaus konzipiert. Mit einer Arbeitsbreite von 150cm bereitet die GPS-gesteuerte Fräse die Beete für den Bio-Gemüsebau vor. Der Boden wird im bearbeiteten Bereich auf 70 Grad erhitzt, um die Unkrautsamen keimunfähig zu machen.

Das System wurde nun erstmals zur Bekämpfung von Erdmandelgras getestet. Voraussetzung sind trockene Bedingungen und ein gut gelockerter Oberboden, damit der Dampf gleichmässig im Boden verteilt wird. Bei der langsam rotierenden Fräse strömt auf 28 und 20cm Tiefe Dampf ein, welcher den Boden durch Zugabe von Branntkalk auf 70 Grad erhitzt. Danach wird der Boden mit einer schwarzen Folie abgedeckt, um die Temperatur möglichst lange zu halten, damit die Mandeln im Boden keimunfähig gemacht werden können.

Aussichtsreiche Methode für kleine Befallsherde

Im Gegensatz zur stationären Blachendämpfung bewegt sich das Gerät mit 1,2 Meter pro Minute stetig vorwärts. Mit einer Tagesleistung von max. 20 Aren ist die Leistung zu gering, um grossflächige Befälle zu eliminieren. Für kleine Flächen besteht aber neue Hoffnung, dass primäre Befallsherde oder Randbefälle in einem Arbeitsgang saniert werden können, was das Risiko für eine Verschleppung innerhalb der Parzelle oder des Betriebes erheblich reduziert und die aufwändige Maschinenreinigung erübrigt. Bei Flächen- und Streubefall stehen weiterhin nur die langjährigen Kombinationen von mechanischer und chemischer Bekämpfung in einer angepassten Fruchtfolge bestehend aus Mais, Getreide, Raps und Kunstwiese, sowie Ausgraben und Handarbeit als aussichtsreiche Bekämpfung zur Verfügung. Ziel im Interesse jedes Betriebes und der gesamten Ackerbauregion muss deshalb sein, eine weitere Verschleppung zu verhindern.

Wie weiter?

Eine Erfolgskontrolle in den gedämpften Flächen wird im Verlaufe von August und September möglich sein, da die Bedingungen für das Auflaufen von Erdmandelgras zur Zeit optimal sind (warmer Boden, kaum Konkurrenz durch Kulturpflanzen). Ob mit dem Dampfverfahren in den tieferen Bodenschichten (>15cm) genügend lang die nötigen Temperaturen erzeugt werden konnten, wird sich vermutlich erst nächsten Frühling zeigen, wenn die Mandeln wieder zu keimen beginnen.

10.08.2017; Martina Jenzer, Bildungszentrum Wallierhof

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