Regierungsrat unterstützt Bekämpfungsstrategie Erdmandelgras

Auf Begehren des Solothurner Bauernverbandes (SOBV) hat sich der Regierungsrat des Kantons Solothurn bereit erklärt, die Einführung einer kantonalen Meldepflicht von mit Erdmandelgras verseuchten Feldern zu prüfen. Zudem sichert er gemäss Schreiben an den SOBV für die Schaffung eines Anreizsystems zur Sanierung von verseuchten Feldern die Unterstützung zu. Die Zentralstelle für umweltschonenden Pflanzenbau wird zudem die Erhebung der Befallssituationen weiter angehen.

Bund unterschätzt das Problem

Der SOBV erachtet diese kantonalen Massnahmen und die dazugehörige Strategie als sehr wichtig und dringend nötig, da das Erdmandelgras im Ackerbau zunehmend Schwierigkeiten bereitet. Bei einer starken Ausbreitung des Erdmandelgrases muss befürchtet werden, dass der Anbau von Kartoffeln und Zuckerrüben bereits mittelfristig in Frage gestellt wird. Die Gefahr, dass das Erdmandelgras durch Erntemaschinen oder durch andere überbetrieblich eingesetzte Maschinen verschleppt wird, ist sehr gross. Trotz mehrmaligen Versuchen von Seiten der Kantone, aber auch der landwirtschaftlichen Organisationen, ist der Bund nach wie vor nicht bereit, für das Erdmandelgras eine Melde- und Bekämpfungspflicht einzuführen. Dieser Entscheid von Seiten des Bundes ist für den SOBV absolut unverständlich und nur erklärbar mit einer totalen Unterschätzung des Problems.

Bekämpfung problematisch

Die Situation betrachtet der SOBV auch aus der Optik der Bekämpfung als problematisch, da keines der in der Schweiz zugelassenen Herbizide wirksam ist gegen das Erdmandelgras. Das in den Niederlanden zugelassene Herbizid hat eine sehr hohe Umwelttoxizität, weshalb eine Zulassung in der Schweiz kaum denkbar ist und – wenn überhaupt – nur unter höchsten Sicherheitsvorschriften denkbar wäre. Mechanische Bekämpfungsmethoden sind bis heute keine bekannt. Die einzige wirksame Bekämpfungsmethode ist die thermische Behandlung des betroffenen Bodens, wie dies in Gemüsebaubetrieben europaweit bereits seit Jahren praktiziert wird. Die Anwendung dieser Methode beschränkt sich aber auf kleine Flächen, da sie sehr energieintensiv ist und die Leistung der entsprechenden Maschinen nicht ausreicht für grossflächige Bekämpfungen.

Der SOBV ist erfreut darüber, dass sein Begehren für ein rasches Handels von Seiten des Kantons aufgenommen wurde und entsprechende Schritte eingeleitet werden. Der SOBV wird in Zusammenarbeit mit den zuständigen kantonalen Fachstellen und den betroffenen Landbesitzern der Problematik Erdmandelgras zu Leibe rücken.

28.12.2017; Edgar Kupper

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