Agrarökologie: Solothurn erprobt die Landwirtschaft von morgen
Das vom Bundesamt für Landwirtschaft (BLW) unterstützte Ressourcenprojekt «Agrarökologische Transformation von Landwirtschaft und Ernährung» erprobt neue Wege zu mehr Nachhaltigkeit. Zehn Landwirtschaftsbetriebe testen als Praxis-Labore ressourcenschonende Methoden wie beispielsweise die reduzierte Bodenbearbeitung, die Verbesserung der ökologischen Qualität von bestehenden Biodiversitätsförderflächen, ein erhöhter Anteil an Leguminosen, also stickstoffbindende Kulturen, in der Fruchtfolge oder der Pflanzung von Bäumen und Futterhecken, sogenannten Agroforstsystemen. Die Massnahmen tragen dazu bei, die Resilienz der Betriebe zu stärken – eine wichtige Grundlage für ihre Zukunft, wie der derzeit aussergewöhnlich heisse und trockene Sommer eindrücklich zeigt.
Unter dem Motto «Taste the Future» beteiligen sich auch 150 Konsumentinnen und Konsumenten am Projekt. Damit verbindet der Kanton Solothurn Landwirtschaft und Konsum, um ein nachhaltigeres Ernährungssystem praktisch zu erproben. Die Teilnehmenden erfassen ihren Lebensmittelkonsum und Food Waste: Während einer Woche fotografieren sie mit einer von der ETH Lausanne entwickelten App alles, was sie essen und trinken, und dokumentieren, welche Lebensmittel im Abfall landen. Wiederholte Erhebungen sollen Veränderungen im Ernährungsverhalten sichtbar machen.
Im Zentrum stehen gemeinsames Lernen, Austausch und Genuss statt Verzicht. Hofbesuche, Workshops und individuelle Rückmeldungen bringen Landwirtschaft und Konsum direkt miteinander ins Gespräch. So trafen sich am vergangenen Freitag rund 50 Konsumentinnen und Konsumenten sowie Landwirtinnen und Landwirte auf dem Ettershof in Selzach zu einer Lesung mit der Journalistin Nicole Egloff. Mit ihrem Buch «das Radiesli stimmt mich zuversichtlich» gab sie inspirierende Einblicke in die Lebensrealitäten von zwölf Schweizer Bauernhöfen. Im Anschluss tauschten sich die Gäste rege über innovative Wege, Herausforderungen und Visionen für die Zukunft unserer Ernährung aus.
Das Institut für Agrarökologie koordiniert das Projekt, Agroscope begleitet es wissenschaftlich und AGRIDEA erprobt gemeinsam mit den Landwirtschaftsbetrieben partizipative und ko-kreative Methoden zur Weiterentwicklung von Wissen und zum Austausch von Erfahrungen. Zu den lokalen Partnern gehören der Wallierhof und der Solothurner Bauernverband. Auf nationaler Ebene wird das Projekt vom Schweizerischen Konsumentenforum begleitet. Das Projekt zeigt damit, welche Fortschritte für eine ökologisch, sozial und wirtschaftlich nachhaltigere Landwirtschaft durch freiwillige Zusammenarbeit, gemeinsames Lernen und praktisches Erproben möglich sind.
Für weitere Auskünfte können Sie sich gerne an Annika Winzeler, Amt für Landwirtschaft Solothurn (annika.winzeler@vd.so.ch;
032 627 25 03) wenden.
27.08.2026 / Institut für Agrarökologie


