Bei Erdflohbefall geduldig bleiben
Dieses Jahr steht im Rapsanbau erstmals die Saatbeizung «Buteo Start» mittels einer Notfallzulassung zur Verfügung. Der systemische Wirkstoff wird von der Pflanze aufgenommen und schützt die Pflanzen während der kritischen Auflaufphase vor Erdflohfrass. Damit die Erdflöhe ausreichend Wirkstoff aufnehmen können, müssen sie an den Pflanzen schaben und einen gewissen Schaden verursachen. Entsprechend ist Geduld und Zurückhaltung beim Beantragen der Sonderbewilligung angezeigt. Es bleibt zu hoffen, dass Schäden so weit minimiert werden, damit auf eine Spritzung mit einem Pyrethroid verzichtet werden kann. Da keine Alternativen zu Pyrethroiden vorhanden sind und das Resistenzrisiko dadurch enorm hoch ist, müssen wir diesen Wirkstoffen Sorge tragen und sie nur einsetzen, wenn im Keimblattstadium die Schadschwelle von 50% der Pflanzen mit mehr als 25% Verlust der Blattfläche erreicht ist (siehe Abb. 1). Ab zirka Mitte Oktober, wenn die Pflanzen 5-8 Blätter gebildet haben, müssen 80% der Pflanzen mehrere Frassstellen aufweisen oder 7 von 10 Pflanzen Larvenbefall haben, um eine Spritzung zu rechtfertigten. Die Schadschwellen finden Sie hier.
Die Wetteraussichten haben sich verbessert. Bei der derzeitigen Prognose ist davon auszugehen, dass vielerorts ausreichend Feuchtigkeit im Saathorizont vorhanden sein wird, damit der Raps keimen kann. Die Vorauflaufherbizide wirken nur gut, wenn der Boden genügend Feuchtigkeit aufweist und auch für die Wirkung der Beizung müssen die Pflanzen im Wachstum sein. In Gebieten, in denen der Regen noch ausblieb und der Oberboden trocken ist, sollte mit der Saat noch zugewartet werden. Der Raps sollte diesen Herbst zurückhaltend mit Stickstoff gedüngt werden. Sobald mehr Regen einsetzt, können die durch Trockenheit geplagten Böden grosse Mengen an Stickstoff mineralisieren, die den Bedarf von Raps im Herbst decken.
20.08.2026 / Pflanzenschutzfachstelle Solothurn


