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Seit Anfang August ist bekannt, dass sich ein neu entdecktes Virus aus der Familie der Orthobunyaviren bei Rindern ausbreitet, welches mit dem bereits bekannten Schmallenberg-Virus verwandt ist. Die ersten Fälle wurden Anfang Juli 26 von Landwirten und Tierärzten im Zusammenhang mit der Rindergesundheit wahrgenommen. Seither hat sich das Virus beginnend in Frankreich (Toulouse) vom Jura bis nach St. Gallen ausgebreitet. Inzwischen sind auch in Südbaden, bis in den Raum Freiburg, Fälle bekannt. Betroffen sind vorwiegend Milchkühe; Schafe, Ziegen und Mutterkühe zeigen offenbar kaum oder viel mildere Symptome.

Der Rindergesundheitsdienst RGS hat am 5. August 2026 eine interessante Fortbildung zum Thema aufgezeichnet. Diese finden Sie weiter unten auf dieser Seite.

Ein gut durchführbarer Labortest steht derzeit ebenso wenig zur Verfügung wie eine Impfung – das Virus wurde erst vor Kurzem erstmals in Europa nachgewiesen, zuvor war es nur in Afrika bekannt. Glücklicherweise verläuft die Erkrankung nach bisherigem Kenntnisstand nicht tödlich. Betroffen sind vor allem Kühe in Laktation. Sie zeigen Fieber und Durchfall, verbunden mit einem deutlichen Rückgang der Milchleistung und Futteraufnahme. Bei vielen Tieren dauert es längere Zeit, bis sie wieder ihre ursprüngliche Milchleistung erreichen. Ob die derzeit hohen Temperaturen oder der Mangel an Futter die Erholungszeit zusätzlich verlängern, ist noch nicht bekannt.

Besondere Aufmerksamkeit gilt den möglichen Auswirkungen auf die Trächtigkeit. Ähnlich wie beim Blauzungen- und Schmallenberg-Virus kann eine Infektion während eines bestimmten Zeitfensters der Trächtigkeit – insbesondere zwischen der 8. und 14. Trächtigkeitswoche – zu Missbildungen der Föten führen. Es kann derzeit auch beim Shamonda-Virus nicht ausgeschlossen werden, dass es zu ähnlichen Folgen kommt. Erst im Herbst und Winter wird sich zeigen, ob und in welchem Ausmass tatsächlich Missbildungen bei Kälbern auftreten.

Das Shamonda-Virus ist derzeit keine in der Tierseuchenverordnung gelistete Seuche. Dies erschwert insbesondere die rechtliche Grundlage für eine allfällige Übernahme von Untersuchungs- oder Verlustkosten. Gleichzeitig sind glücklicherweise bisher kaum Todesfälle bei Rindern bekannt.

Am 6. August 2026 werden sich das BLV und weitere involvierte Stellen in Bern treffen, um die rechtliche Einordnung des Shamonda-Virus zu diskutieren. Auch im Kanton Solothurn wird voraussichtlich bis im September Klarheit über das weitere Vorgehen vorliegen. Ziel ist es, einen abgestimmten Prozess für die Abklärung und den Umgang mit Aborten und allfälligen missgebildeten Föten (sofern diese vorkommen werden) zu erarbeiten – in Abstimmung mit dem Vorgehen in den übrigen Kantonen und unter Berücksichtigung der verfügbaren diagnostischen Möglichkeiten.

06.08.2026 / Veterinärdienst Kt. Solothurn

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