Die letzte Cervelat ist gebrätelt: Aktionstag zur Ernährungsinitiative im Kanton Solothurn
Am 27. September stimmt die Bevölkerung über die Ernährungsinitiative ab. Um über die möglichen Folgen der Initiative aufzuklären, veranstaltete das Nein- Komitee am 26. August einen schweizweiten Aktionstag mit dem symbolischen «Bräteln der letzten Cervelat». An insgesamt 82 Standorten wurden Cervelats an die Bevölkerung verteilt.
Auch im Kanton Solothurn wurde die Aktion aufgegriffen. Unter der Organisation der landwirtschaftlichen Bezirksvereine fanden an vier Standorten in Kappel, Breitenbach, Gempen und Subingen Grillanlässe statt. Im Dorneckberg organisierten die Bäuerinnen und Landfrauen zusammen mit dem Bezirksverein ein Grillfest beim Forstwerkhof in Gempen. Zahlreiche Besucherinnen und Besucher nutzten die Gelegenheit für eine Wurst, den persönlichen Austausch und angeregte Gespräche. Dabei konnten offene Fragen geklärt und wertvolle Denkanstösse für das bevorstehende Votum mitgegeben werden.
Edgar Kupper, Geschäftsführer des Solothurner Bauernverbandes, zeigte in seiner kurzen Ansprache in Gempen auf, dass die Forderungen der Initiative zwar teilweise berechtigt erscheinen mögen, in der vorgeschlagenen Form jedoch nicht realistisch seien. Bei einer Annahme müsste mit planwirtschaftlichen Mitteln versucht werden, das Ernährungsverhalten der Bevölkerung zu verändern. Ein solches Vorhaben sei utopisch und ohne Aussicht auf Erfolg.
Die Initiative will insbesondere die Tierhaltung in der Schweiz schwächen. Die landwirtschaftliche nutzbare Fläche des Kanton Solothurns wie auch der Schweiz besteht aus zwei Drittel Grasland. Dies aufgrund der hügeligen Topographie im Jura, in den Voralpen und in den Alpen. Die Wiederkäuer veredeln das Gras zu hochwertigen Lebensmittel wie Milch und Fleisch und diese sind für die Ernährung der Gesellschaft und für eine hohe Selbstversorgung zentral. Die Tierhaltung dermassen abzustrafen, wie dies die Initianten wollen, ist inakzeptabel und kontraproduktiv, führte Kupper weiter aus.
Aus agronomischer Sicht kommt der Tierhaltung auch im Talgebiet eine wichtige Rolle für den langfristigen Erhalt der Bodenfruchtbarkeit zu. In diesem Zusammenhang ist darauf hinzuweisen, dass nachhaltige Fruchtfolgen zahlreiche Kulturen enthalten, deren Nährstoffe über die Tierhaltung wieder in den Kreislauf zurückgeführt werden. Ein Verschwinden dieser Kulturen hätte erhebliche Auswirkungen auf die Pflanzengesundheit und müsste möglicherweise durch einen verstärkten Einsatz von Pflanzenschutzmitteln kompensiert werden.
Dass die Initiative von keiner im Parlament vertretenen Partei unterstützt wird und im Parlament keine einzige Ja-Stimme erhielt, sei ebenfalls bemerkenswert.
27.08.2026 / Felix Gebhardt, Landwirtschaftlicher Bezirksverein Dorneck und SOBV


