Kuhsignale
Vergangenen Freitag, dem 20.03.2026, fand auf der landwirtschaftlichen Schule Ebenrain in Sissach die NWCH-Baufachtagung statt. Dabei war unter anderem die Kuhsignaltrainerin Martina Schmid eingeladen und hielt einen Vortrag.
Bei der Planung eines Stalls sollte das «Kuhwohl» an vorderster Stelle stehen. Dabei müssen die Massnahmen, welche zu mehr Tierwohl beitragen, nicht unbedingt teuer sein.
Sie startete mit den grundlegenden Elementen, die eine Kuh braucht:
- Licht
- Luft
- Ruhe
- Raum
- Futter
- Wasser
Als erstes ging sie auf die Themen Licht und Luft ein. So erwähnte sie, dass uns die Tiere mitteilen, wenn es im Stall zu warm ist. Bekannte Merkmale sind Hächeln, Gruppenbildung an den kühlsten Orten im Stall und das Meiden von Liegeboxen mit direkter Sonneneinstrahlung. Abhilfe können Sonnenstoren und diverse Kühlungsmethoden, wie eine Schlauchbelüftung, Ventilatoren oder eine Tröpfchenbewässerung schaffen. Zudem können in Anbindeställen alle Fenster und Tore geöffnet werden.
Wenn ein neuer Stallbau in Betracht gezogen wird, sollte die Ausrichtung möglichst so gewählt werden, dass der Liegebereich im Winter von der Sonne profitieren kann, während im Sommer direkte Sonneneinstrahlung auf die Liegeboxen vermieden wird. Idealerweise sind die Längsseiten südseitig und offen gestaltet oder flexibel zu öffnen. Eine offene Südseite kombiniert mit einer offenen Nordseite ermöglicht zudem eine natürliche Stalllüftung ohne Zug.
Auf die Frage, welche kostengünstige Massnahmen bei einem Um- oder Neubau berücksichtigt werden können, erklärte sie, dass sich durch die Kombination verschiedener Elemente kostengünstige Lösungen ergeben. So kann beispielsweise der Laufgang mit dem Laufhof kombiniert werden. Auch eine Verkleinerung des Futtertenns ist möglich, etwa durch den Einsatz eines Futterbandes.
Bei weiteren Fragen können sie sich direkt an die Kuhsignaltrainerin Martina Schmid wenden.
26.03.2026/ Jessica Kathriner


