Lückenfüller gilt es zu Beherrschen
Am vergangenen Donnerstagabend fanden sich die Thaler Landwirte zur Flurbegehung des Landwirtschaftlichen Bezirksverein Thal ein. Am vergangenen Donnerstagabend fanden sich die Thaler Landwirte zur Flurbegehung des Landwirtschaftlichen Bezirksverein Thal ein. Auf den arrondierten Flächen des Betriebes von Martin und Stefan Kamber in Balsthal informierten Barbara Graf und Sabine Kürmann, beide vom Landwirtschaftlichen Bildungszentrum Wallierhof, über aktuelle Themen im Futterbau. Im Zentrum stand die Pflege der Wiesen- und Weidebestände sowie der standortangepasste Futterbau. Zudem führte der neueingeführte Weidebeitrag zu Diskussionen.
Was sagt mir die Gräserflora in der Weide?
Wenn in der Weide die bekannten Lückenfüller mit geringer Futterqualität wie das gemeine Rispengras und das Ausläufer-Straussgras nicht mehr zu übersehen sind, ist es höchste Zeit, diesen entgegenzuwirken. Sabine Kürmann sensibilisiert jedoch darauf, dass zuvor die Bewirtschaftungsfehler eruiert werden müssen, um keine Symptombekämpfung zu machen. Zentral ist dabei die Balance zwischen der Nutzung und der Düngung zu finden. Das Ausläufer-Straussgras liebt es beispielsweise, dauerbeweidet zu werden und ist ein Übernutzungszeiger. Daher ist es wichtig, die Weidefläche der Tierzahl anzupassen, dass kein selektives Fressen stattfindet. Denn die Kuh weiss genau, an welchem Ort das beste Gras zu finden und zu fressen ist.
So gelingen Übersaaten
Ein ständiges Thema im Naturfutterbau ist die Pflege sowie Einsaat der Naturwiesen. Barbara Graf machte auf die verschiedenen Arten der Wieseneinsaat aufmerksam und erklärte gleich zu Beginn, dass der Zeitpunkt sowie die Witterung den grössten Einfluss auf das Gelingen der Saat haben. Desweitern wies sie darauf hin, dass vor der Einsaat ein krümeliger und filzfreier Boden vorhanden sein muss. Das nicht gern gesehene gemeine Rispengras soll zuvor mit einem Striegel ausgerissen werden. Um ein erfolgreiches Auflaufen des Sämlings zu garantieren, braucht dieser Bodenschluss, Wasser, Wärme und genügend Licht. Nach der Einsaat soll auf die Düngung verzichtet werden, da diese nur den alten Bestand stärkt und der frisch gekeimten Neusaat das Licht nimmt.
Gemütliches Beisammensein
Nach den informativen Referaten sorgte die Landi Bipp/Thal/Gäu im Tenne des neuen Milchviehstalls für Speis und Trank und einen gemütlichen Abschluss des Abends.
08.05.2024 / David Kupper


