Wo Wertvolles wächst
Am Bildungszentrum Wallierhof konnten am 1. Juli 11 Landwirtinnen und 38 Landwirte diplomiert werden. Gemeinsam sind sie an der Ausbildung Landwirtin/Landwirt EFZ gewachsen. Der inoffizielle Start der Lehrabschlussfeier war der zur Tradition gewordene Traktorencorso. An diesem Abend standen sie im Mittelpunkt, durften die Diplome entgegennehmen und blickten auf ihre Ausbildung zurück.
Sich Herausforderungen stellen
Zu Beginn der offiziellen Lehrabschlussfeier begrüsste Jonas Zürcher alle Absolventinnen und Absolventen. Gemeinsam seien sie in der Ausbildung zur Landwirtin/Landwirt EFZ gewachsen.
Regierungsrätin Sibylle Jeker durfte zum ersten Mal in ihrem Amt der Lehrabschlussfeier beiwohnen und das Grusswort der Regierung überbringen. «Die Landwirtinnen und Landwirte tragen nicht nur zum Erhalt der Kulturlandschaft bei, sie gehören zur Identität unseres Landes», führte Jeker aus. In der Landwirtschaft gebe es viele alltägliche aber auch immer wieder neue Herausforderungen, deshalb sei es wichtig, Ressourcen gezielt und effizient zu nutzen. Die Regierungsrätin versprach, sich für gute und verlässliche Rahmenbedingungen in der Landwirtschaft einzusetzen. Dies sei wichtig, damit es für die jungen Berufsleute genügend Perspektiven und Planungssicherheit gäbe.
Boden, Wasser und Licht
René Ritter vom Leimenhof in Wenslingen hielt die Festansprache. Schon mit der ersten Folie hatte er die Diplomandinnen und Diplomanden im Sack: auf einem Bild mit Zuhörenden platzierte er Sprechblasen mit möglichen Gedanken, die auch den Anwesenden durch den Kopf gehen könnten. Er betonte, dass es wie in der Ausbildung im Leben darauf ankomme, im richtigen Moment zuzuhören.
«Wenn Wertvolles wachsen soll, braucht es Boden, Wasser und Licht», führt Ritter aus. Als Boden fungiere das persönliche Umfeld. Licht gebe es von Menschen, welche die Absolventen unterstützen und an sie glauben. Das Wasser sei die Weiterbildung und das Lernen. Nur wenn alle drei Faktoren stimmen, könne Wertvolles wachsen. René Ritter führte mit allen Anwesenden ein Online-Ranking durch, bei welchem abgestimmt werden konnte, was ihrer Meinung nach die wichtigsten Dinge im Leben sind. Er motivierte die Absolventen, eine Balance zwischen Bauchgefühl und Umsatz zu finden, in die Offensive zu gehen und der Bevölkerung die wahre Landwirtschaft zu zeigen sowie den Mut, Altes hinter sich zu lassen.
Sabine Kürmann blickte als Klassenlehrerin der Nachholbildung auf die Ausbildung zurück. Mit humorvollen Vergleichen zur Sortenprüfung von Getreide rückte sie manche Anekdoten der Abschlussklassen in den Vordergrund. Als Beispiel nannte sie die Vernetzung der Absolventen, welche besonders am Donnerstagabend gut funktionierte und danach aber Freitagmorgen zur Lagerung auf den Pulten führte. Die Absolventen ihrerseits stellten in einer Präsentation viele Bilder und Videos mit Musik zusammen, welche ebenfalls für einige Lacher aus dem Publikum sorgten.
Top Leistungen
Neben der Diplomübergabe konnten einige Leistungen speziell honoriert werden. In den beiden Klassen der Erstausbildung haben gleich drei die Abschlussnote 5.4 erreicht. Somit gibt es drei Absolventen im 1. Rang, namentlich Liam Kos, Filip Ackermann und Sandro Vogt. Bei den Zweitausbildnern war die Messlatte für die Ränge höher. Raphael Zurlinden erreichte mit 5.7 die Bestnote, dicht gefolgt von den Zweitplatzierten Alexandra Schmid und Jeremias Studer, beide mit der Note 5.6. Alle durften einen Preis in Empfang nehmen. Der Präsident der Aufsichtskommission, Matthias Racine, gratulierte herzlich zu den erzielten Leistungen.
Feierlicher Abschluss
Die Verdankungen wurde von einem Dreierteam aus der Reihe der Diplomierten vorgenommen. Rückblickend stellten sie fest, dass sich die Lehrpersonen stets Mühe gegeben haben, auch wenn sie selbst in gewissen Momenten nicht so interessiert waren. Deshalb überreichten sie allen Lehrpersonen eine kleine Süssigkeit.
Für Auflockerung und heiteres Gemüt im extra für die Feier aufgestellten Festzelt sorgten die Ländlergiele Hubustei. Mit lüpfigen Melodien animierten sie zum Mitmachen, so dass nach der Feier alle zu «Proud Mary» mitsangen.
«Wir wachsen nicht, wenn die Dinge einfach sind, wir wachsen, wenn wir uns Herausforderungen stellen», dies wurde den frisch Diplomierten und allen Gästen mit auf den Heimweg gegeben. Mit dem Zitat von John Wood schloss Jonas Zürcher die gelungene und stimmungsvolle Lehrabschlussfeier.
02.07.2026 / Barbara Graf, Bildungszentrum Wallierhof
Ackermann Fabian, Härkingen; Ackermann Filip, Wolfwil; Bader Marek, Ramiswil; Balmer Mike, Därligen; Bläsi Lukas, Bellach; Burch Reto, Aedermannsdorf; Burkolter Niklas, Küttigkofen; Fischer Tobias, Neuendorf; Fontaine Sven, Villarimboud; Frei Nicolas, Mariastein; Friedberger Selina, Schwarzenbach (Huttwil); Glanzmann Bahram, Hasle b. Burgdorf; Glanzmann Seraina, Walterswil BE; Grossholz Anouk, Therwil; Haase Jeremy, Mühledorf SO; Huldi Daniela, Egerkingen; Ingold Reto, Oftringen; Jenni Gilles, Vinelz; Jörg Jamin, Schwarzenbach (Huttwil); Kempf Sven, Wisen SO; Klossner Simon, Heimberg; Kos Liam, Zeglingen; Lerch Noah, Walliswil b. Wangen; Locher Noël, Hersiwil; Longhi Nicco, Kienberg; Meier Tabea, Obergösgen; Meister Stephan, Matzendorf; Minger Martin, Mülchi; Müller Jonas, Attiswil; Näf Flavia, Lostorf; Neef Leo, Derendingen; Nussbaumer Simon, Mümliswil; Oberli Selina, Niederbipp; Rippstein Silas, Kienberg; Rüegg Daniel, Flumenthal; Ryf Samuel, Günsberg; Saner Claudia, Beinwil SO; Schär Zoe, Selzach; Scherz Valentin, Kleinlützel; Schmid Alexandra, Seewen SO; Spielmann Leon, Messen; Staufer Marion, Lostorf; Studer Jeremias, Niederwil SO; Vogt Sandro, Aedermannsdorf; Walser David, Mümliswil; Werthmüller Florian, Mülchi; Wigger Corsin, Matzendorf; Wüthrich Fabian, Wynau; Zurlinden Raphael, Niederbipp


