Das wahre Gesicht der Wisent-Freunde

Die Ansiedlung der Wisente sei in einem ersten Schritt als Versuch gedacht. Dies war bisher die Verlautbarung der Wisent-Freunde, welche Wisente im Thal ansiedeln möchten. In einem Artikel der Solothurner Zeitung vom Donnerstag letzter Woche hat nun Darius Weber, einer der Hauptpromotoren, sein wahres Gesicht gezeigt. Die Schweizer Landwirtschaft ist für ihn die Hauptverantwortliche für alle ökologischen Probleme und er verstieg sich sogar zur Aussage, dass eine Verlagerung der Schweizer Milchproduktion ins Ausland ökologischer sei als die heutige Produktion in der Schweiz.

Solche Äusserungen zeigen, dass die Versprechen, eine kritische Beurteilung des Projekts nach zwei Jahren vorzunehmen und eine Interessenabwägung zu machen, leere Worte sind. Leute, die mit einer derartigen Geringschätzung der Schweizer Landwirtschaft gegenüberstehen, werden kaum zu einer objektiven Beurteilung eines Projekts, welches in Konflikt mit der landwirtschaftlichen Nutzung steht, in der Lage sein. Es ist schon heute absehbar, dass von dieser Seite alles daran gesetzt wird werden, das Projekt durchzusetzen – egal welchen hohen Preis die Landwirtschaft bezahlen wird.

Mit seinen Äusserungen werden die Befürchtungen des Solothurner Bauernverbandes mehr als bestätigt: Den Promotoren des Projekts Wisent Thal geht es darum, den Wisent anzusiedeln. Die landwirtschaftlichen Anliegen werden dabei nur als lästiges Störmanöver, nicht aber als ernst zu nehmende Anliegen einer Branche beurteilt. Das gibt auch einen Vorgeschmack auf die Behandlung von Schäden.

Die Äusserungen von Darius Weber waren offensichtlich auch für die anderen Wisent-Freunde des Guten zu viel und er wurde als Projektleiter abgesetzt. Ob es sich dabei aber nur um Schadensbegrenzung handelt oder ob auch tatsächlich ein Umdenken stattfindet, muss sich erst noch zeigen. Die Äusserungen von Darius Weber kamen vermutlich ja nicht einfach aus heiter hellem Himmel und sie zeigen auch, dass offensichtlich Konflikte mit der landwirtschaftlichen Nutzung unausweichlich sind. Denn gäbe es keine Konflikte, hätte sich Darius Weber gar nicht zur Landwirtschaft äussern müssen.

Das Projekt Wisent Thal sollte auch unter dem Aspekt Naturpark Thal überdacht werden: Die Grund-Idee eines Naturparkes ist es, die vorhandenen Naturwerte zusammen mit der menschlichen Tätigkeit – insbesondere aber mit der Land- und Forstwirtschaft – zu nutzen und eine Weiterentwicklung einer Region zu ermöglichen. Ein Projekt, das offensichtlich zu Konfrontationen zwischen Naturschutz und Landwirtschaft führt, passt nicht in das Konzept eines Naturparks. Ohne klare Distanzierung von Seiten des Naturparks aber auch von moderaten Naturschutzkreisen gegenüber dem Projekt Wisent Thal besteht das Risiko, dass gute Projekte, welche Natur und menschliche Bedürfnisse in Einklang bringen, gefährdet werden.

10.01.2019; Peter Brügger

Dienstleistungen

Adresse

Solothurner Bauernverband

Obere
Steingrubenstrasse 55

Postfach

4503 Solothurn

Tel. 032 628 60 60

Fax. 032 628 60 69

E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!