Anpassungen Pflanzenschutzstrategien 2020

Erwarteter Wegfall von Wirkstoffen

Die Zulassungsbehörde hat die Möglichkeit, eine Bewilligung per sofort zu widerrufen. Die Aufbrauchfrist ist nicht gesetzlich vorgeschrieben. Wird eine Bewilligung widerrufen, kann der Bewilligungsinhaber Rekurs einreichen. Es werden einige Widerrufe erwartet. Dabei ist es schwierig, die Übersicht zu behalten, welche Produkte noch eingesetzt werden dürfen und welche nicht. Wir haben versucht, die aktuellsten Fälle aufzulisten:

Chlorothalonil

Der Grenzwert des Metaboliten Chlorothalonil – Sulfonsäure im Grundwasser – wurde von der EU angehoben. Demzufolge kam es plötzlich zu Überschreitungen von diesem Grenzwert. Die betroffenen Zulassungen wurden bis jetzt nicht widerrufen. Wir gehen davon aus, dass die Produkte Bravo 500, Daco 500, Miros sowie diverse weitere chlorothalonilhaltige Produkte bald verboten werden. Ob es eine Aufbrauchfrist geben wird, ist unklar. Wir empfehlen deshalb, die Pflanzenschutzstrategien auf nächstes Jahr anzupassen, nicht zuletzt auch um Kritik an den Landwirten vorzubeugen. Bei Kartoffeln kann der Wirkstoff Chlorothalonil zum Beispiel mit dem Wirkstoff Mancozeb ersetzt werden. Im Getreidebau ist der Ersatz des Wirkstoffes schwieriger, oft wurde er als Zusatz zur Resistenzvorbeugung eingesetzt. Wie gut alternative Fungizidstrategien wirken ist fraglich. Dazu werden Versuche und erste Erfahrungen im nächsten Jahr Aufschluss geben.

Chlorpyriphos

Die Zulassungen der Produkte Pyrinex, Reldan, Oleorel, Oleodan, Oleofos, Blocade, Rimi, Cortilan und weitere, wurden diesen Sommer ohne Aufbrauchfrist widerrufen (ausser Ephosin, hat eine Aufbrauchfrist bis 28.5.2021). Weil anschliessend einige Bewilligungsinhaber Rekurs gemacht haben, wurden nun einige Produkte vorübergehend wieder zugelassen. Momentan sind aber keine Behandlungen mit diesen Produkten aktuell. Wir hoffen, dass bald eine definitive Entscheidung folgt, damit entsprechende Produkte aufgebraucht oder entsorgt werden können.

Entsorgung Pflanzenschutzmittel

Verkäufer von Pflanzenschutzmitteln sind verpflichtet, verkaufte Produkte zur Entsorgung zurückzunehmen. Kontaktieren Sie dazu Ihren Pflanzenschutzlieferanten. Landi fenaco führt zum Beispiel jeweils im November eine Entsorgungsaktion durch.

Freiwilliger Verzicht auf Wirkstoffe, die im Grundwasser häufig vorkommen

Um Grenzwertüberschreitungen vorzubeugen, hat der Schweizer Bauernverband dazu aufgerufen, freiwillig auf Wirkstoffe zu verzichten, welche im Grundwasser problematisch sind.

Wirkstoff

Hauptprodukte

Ersatzmöglichkeit

Bentazon

Basagran, Pedian, Troy, Kusak, Effican

Erbsen-Vorauflauf behandeln

Chloridazon

Pyramin, Jumper

Wirkstoff Metamitron

Flupicolide

Infinito

viele andere Kartoffel-Fungizide

S-Metolachlor

Dual Gold, Calado, Frontex, Lumax, Gardo Gold

Spectrum oder weitere kulturspezifische Strategien

 

Rückruf wegen verunreinigtem Produkt gegen Blattläuse

Das Produkt Pirimicarb 50 WG (mit Charchennummer 20161211, ausgeliefert 2017 bis 2019) wird zurückgerufen, weil eine Verunreinigung mit einem anderen Insektizid besteht. Um Schäden an Bienen zu verhindern, müssen Restmengen von dieser Charche zwingend zurückgebracht werden.

17.10.2019; Severin Bader, Leiter Pflanzenschutzdienst Kanton Solothurn

Bildungszentrum Wallierhof
Weiterbildung und Information
Höhenstrasse 46
4533 Riedholz
Telefon 032 627 99 72

Dienstleistungen

Adresse

Solothurner Bauernverband

Obere
Steingrubenstrasse 55

Postfach

4503 Solothurn

Tel. 032 628 60 60

Fax. 032 628 60 69

E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!