Mit einer Untertunnelung der A1 im Gäu hätten rund 6 ha zusätzliches Landwirtschaftsland gewonnen werden können.                                                                             (Bild SOBV)

 

Untertunnelung A1 im Gäu

Der Kantonsrat hat in der Dezembersession dem Regierungsrat unmissverständlich den Auftrag erteilt, beim Bund Zusatzmassnahmen beim 6 Spur-Ausbau der A1 im Gäu zu erwirken.

Der 6 Spur-Ausbau der Autobahn A1 ist ein Grossprojekt. Seit 2014 setzt sich der Solothurner Bauernverband (SOBV) zusammen mit Vertretern der Gemeinden und Naturschutzorganisationen für Zusatzmassnahmen wie teilweise Untertunnelung, höhere Lärmschutzwände und weitere flankierende Massnahmen ein. Es soll weniger Fruchtfolgefläche verbraucht und die Natur und Landschaft sollen aufgewertet werden. Das ursprüngliche Projekt, ein zwei Kilometer langer Tunnel im Gebiet Oensingen-Oberbuchsiten, wäre eine sehr gute Lösung gewesen. Damit hätten rund 6 Hektaren zusätzliches Landwirtschaftsland gewonnen werden und auch gleichzeitig noch die Renaturierung der Dünnern und die Aufwertung der Natur und Landschaft in einem Aufwisch erledigt werden können. Diese Variante wurde aber aufgrund einer viel zu hohen Kostenschätzung von Bund und Kanton bachab geschickt.

Mehrwert für Mensch und Natur

Danach wurde auf politischer Ebene eine Volksinitiative «Untertunnelung A1, jetzt oder nie» lanciert mit dem Ziel, eine Standesinitiative beim Bund einzureichen. Im politischen Prozess zeigte sich aber, dass die Standesinitiative zu risikobehaftet und zu wenig wirkungsstark ist, um Zusatzmassnahmen im Gäu zu verlangen. So wurde im Solothurner Kantonsparlament im November 2020 ein weiterer dringlicher Auftrag eingereicht. Darin wird verlangt, dass der Regierungsrat beim Bund auf dem Verhandlungsweg Zusatzmassnahmen im Gäu erwirkt. Der Urheber des Auftrags, Edgar Kupper, CVP Laupersdorf, legte im Kantonsrat dar, dass die Forderungen des Runden Tisches A1, die teilweise Untertunnelung im Gäu, eine machbare Minimalvariante sei, welche einen Mehrwert für die Landwirtschaft, für den Lärmschutz und für Natur und Landschaft bringe. Unterstützt wurde der Auftrag von der SP, den Grünen und von der Mehrheit der FDP. Einige Sprecher tadelten den Regierungsrat in Sachen Untertunnelung A1, dass er zu wenig Kampfgeist an den Tag lege, um die dringend nötigen Zusatzmassnahmen im Gäu zu erwirken. Martin Fluri, FDP Deitingen, machte darauf aufmerksam, dass der sorgsame Umgang mit dem wertvollen Ackerboden oberste Priorität habe und auch darum dringender Handlungsbedarf bestehe. Aufgrund der Kostenfolge für den Kanton und auch aufgrund der Einschätzung, dass zu wenig Nutzen entstehe, beurteilte die SVP-Fraktion die Untertunnelung im Gäu als übertriebene, sinnlose Zwängerei. Sie bleibt aber mit ihrer Haltung alleine. Der Solothurner Kantonsrat stimmte dem Auftrag mit 72:25 Stimmen klar zu.

24.12.2020; SOBV

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