Was vor 20 Jahren richtig war ist nicht zwingend gut für die nächsten Jahre

Der Bundesrat will dem Parlament beantragen, das Moratorium für gentechnisch veränderte Pflanzen in der Landwirtschaft ein weiteres Mal zu verlängern. Der Bundesrat stützt seinen Vorschlag auf die in der Landwirtschaft weit verbreitete Ablehnung der Gentechnik. Auch trifft er die sogenannte Konsumentenstimmung, welche durch Umfragen angeblich belegt ist.

Pflanzenschutz-Diskussion wird weitergehen

Dieser Vorschlag ist nicht erstaunlich. Ob er mit Blick in die Zukunft auch richtig ist, darf hinterfragt werden. Möglicherweise wären wir in wenigen Jahren froh, Pflanzenzüchtungen zu haben, die resistenter gegen Pflanzenkrankheiten sind, als die heute angebauten Sorten.

Auch wenn es der Landwirtschaft gelingt, die TWI im nächsten Jahr erfolgreich zu bekämpfen, wird die Diskussion um den Einsatz von Pflanzenschutzmittel weitergehen. Mit weiteren Verboten von Wirkstoffen und Einschränkungen von Anwendungen müssen wir in Zukunft rechnen.

Diesen Herausforderungen kann die Landwirtschaft nur gerecht werden, wenn in Zukunft resistentere Nutzpflanzensorten angebaut werden können. Es wird aber nicht möglich sein, diese Sorten mit klassischen Züchtungsmethoden innert der gewünschten Zeit zur Verfügung zu haben.

Diskutieren, kommunizieren und entscheiden

Die Landwirtschaft muss sich in der nun laufenden Vernehmlassung die Positionierung genau überlegen. Die Vor- und Nachteile einer genau definierten Zulassung von modernen Pflanzenzüchtungsmethoden müssen abgewogen werden. Es muss den Konsumenten auch klar gemacht werden, dass es keine Weggli-und-Fünfer-Politik gibt. Die Verteufelung von neuen Technologien war noch nie ein erfolgreicher Weg einer Gesellschaft in die Zukunft.

12.11.2020; Peter Brügger

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