Aktuelles aus dem Feldbau
Boden
Boden an der Oberfläche
Die Bise und das anhaltend trockene Wetter im März halfen, dass der Boden befahrbar wurde und die wichtigsten Feldarbeiten erledigt werden konnten. Das Sommergetreide konnte unter optimalen Bedingungen gesät werden und Hofdünger wie Mineraldünger konnten ausgebracht werden. Die kalten Nächte mit Frösten waren gut, indem sie die Vegetation einerseits noch ein bisschen gebremst haben und andererseits Schädlinge wie der Stängelrüssler nicht schon im Februar bekämpft werden mussten.
Die abgetrockneten 4-5cm an der Bodenoberfläche sind insofern von Bedeutung, als dass durch die fehlenden Niederschläge der Mineraldünger nicht aufgelöst wird. Weiter wird ein Herbizid mit Bodenwirkung seine Wirksamkeit nicht voll entfalten können. Kurzfristig kann in dieser Situation das Walzen nach der Düngung helfen oder ein Striegeldurchgang, bei welchem die obersten Zentimeter gelockert werden und so der Dünger leicht eingearbeitet wird. Der Striegeldurchgang hilft weiter, Verschlämmungen aufzureissen und lässt beispielsweise eine darauffolgende Güllegabe besser einsickern. Auch ein Rollstriegel würde den gewünschten Effekt bringen. Langfristig gesehen würde eine permanente Bodenbedeckung helfen, dass der Boden oberflächlich gar nicht so stark austrocknet. Hierfür muss jedoch das Anbausystem von Anfang an angepasst werden.
Boden in der Tiefe
Ein Blick in den Boden zeigt, dass er aber immer noch sehr feucht bis nass ist. Dieser Tatsache muss bei der Bodenbearbeitung für Zuckerrüben Beachtung geschenkt werden. Es lohnt sich vor einer geplanten Bearbeitung eine Spatenprobe zum Beurteilen der Bodenfeuchte zu machen. Gerade für Zuckerrüben ist es kontraproduktiv, wenn bei zu feuchten Bedingungen gearbeitet wird und dabei Schmierschichten entstehen. Weiter soll auch nicht zu früh bearbeitet werden, da die Gefahr einer Austrocknung des Bodens gross ist. Besser ist, die Bodenbearbeitung und Saatbettvorbereitung möglichst zeitnah zu machen, um damit Wasser zu sparen. Ausserdem liegen die Temperaturen im Oberboden bis 20cm Tiefe momentan bei 5-6°C (www.bodenmessnetz.ch). Dies reicht zwar zum Auskeimen der Rüben, führt aber zu einer zögerlichen Entwicklung der Jungpflanzen. Eine rasche Jugendentwicklung ist aber entscheidend für die Vitalität der Rüben gegenüber den Schädlingen.
Getreide
Das trockene Wetter führte bis anhin zu optimalen Bedingungen, um das Unkraut im Getreide mechanisch zu regulieren. Das Getreide sollte in der Bestockungsphase unkrautfrei sein.
Bei einem ersten, intensiven Durchgang mit dem Striegel empfiehlt es sich, zuerst in die eine Richtung zu fahren und danach in einem zweiten Durchgang in die Gegenrichtung. So wird nicht nur das Unkraut besser erfasst, sondern bei noch nicht so weit entwickelten Beständen das Verschütten des Getreides mit Erde nach dem ersten Durchgang mit dem Durchgang in die Gegenrichtung wieder abgeschwächt.
Das Striegeln bringt besonders in einem trockenen Frühjahr zusätzliche positive Effekte: das Einarbeiten von Gülle und Mineraldünger sowie das Unterbrechen der Kapillaren in der obersten Bodenschicht. So trocknet der Boden um die feinen Getreidewurzeln weniger schnell aus.
Wird die Unkrautbekämpfung chemisch gemacht, so ist es diese Woche von den Wetterbedingungen her ideal, da die Nachttemperatur nicht unter Null Grad fällt. Speziell wichtig ist dies beim Zumischen eines Wachstumsregulators wie CCC, welcher bis ins Stadium DC30 bei Weizen, Triticale oder Dinkel eingesetzt werden kann. Unabdingbar ist die vorgängige Beurteilung, welche Unkräuter oder Ungräser vorkommen und wie weit sie schon entwickelt sind. Falls die Unkräuter noch sehr klein sind und das Getreide aus verschiedenen Gründen gestresst ist, kann mit der Behandlung noch zugewartet werden. Das gilt ebenfalls kurz nach dem Einsatz von Gülle oder dem Striegel (Verletzungen und Spritzschatten).
Bei der Düngung gilt es nichts zu überstürzen. Zuerst einmal sollte die erste Gabe erfolgt sein und wirken können (Mineraldünger aufgelöst). Die zweite Gabe wird erst im Stadium DC 30 (Schossen) fällig und fördert die Kornzahl pro Ähre.
Raps
Der Raps ist im Längenwachstum. In dieser Woche, falls nicht bereits erfolgt, müssen die Einstiche des Stängelrüsslers gezählt werden. In Regionen mit regelmässig starkem Befall ist die Bekämpfungsschwelle erreicht, sobald bei einer Stängellänge von 1-5 cm erste Einstiche beobachtet werden. In den übrigen Regionen liegt die Bekämpfungsschwelle höher. Bei einer Stängellänge von 1-20 cm müssen 40-60% der Pflanzen Einstiche aufweisen. Bei einer nötigen werdenden Behandlung mit Pyrethroiden müssen unbedingt die mittelspezifischen Gewässerschutzauflagen (Spe 3) beachtet werden. Falls im Vorrat noch Talstar SC vorhanden ist, sollte dieses Mittel verwendet werden. Es hat eine Aufbrauchfrist für den 1. Juli 2022 und muss danach entsorgt werden.
Weiter wird im Raps vielerorts bereits die zweite Düngergabe fällig. Mit der zweiten Gabe kann bei Beständen mit vielen Lücken die Seitentriebbildung angeregt werden. Zusätzlich werden die Kornzahl und das Korngewicht positiv beeinflusst.
17.03.2021 / Barbara Graf, BZ Wallierhof


