Aktuelles aus dem Feldbau: Mais und Raps
Den Maiszünslerbefall abschätzen
Vielerorts steht die Silomaisernte kurz bevor oder hat bereits begonnen. Wie der optimale Erntezeitpunkt bestimmt werden kann, wurde im Ackerbau Aktuell in der Bauern Zeitung vor drei Wochen thematisiert. Vor dem Silieren oder Dreschen des Mais sollten Vorerntekontrollen in Bezug auf Unkraut, Pilzkrankheiten und Schädlinge durchgeführt werden. Die daraus gemachten Erkenntnisse können besonders beim Maiszünsler für den Maisanbau im kommenden Jahr hilfreich sein.
Der Befall von Maiszünslern kann abgeschätzt werden, indem an mehreren Stellen im Feld an jeweils 10 Pflanzen auf die typischen Symptome geschaut wird. Dies sind vor allem geknickte Fahnen oder das Bohrmehl der Larven bei den Ein- und Austrittslöchern in der Nähe der Blattachseln. Hat es beim Silomais 20 bis 30 Prozent oder beim Körnermais 10 bis 20 Prozent der Pflanzen mit solchen Symptomen, sollten im kommenden Jahr Trichogramma Schlupfwespen verteilt werden, um die Eier des Maiszünslers zu bekämpfen. Neben Stängelknicken verursachen die Frassgänge und Löcher der Maiszünslerlarve auch ideale Eintrittspforten für Pilzkrankheiten wie Fusarien.
Idealerweise wird der Maiszünsler regional bekämpft, da es sich um einen Falter handelt, welcher in verschiedene Maisfelder einfliegen kann und nicht nur an einem Standort verweilt. Absprachen unter mehreren Betrieben sind daher sinnvoll. Eine weitere wirksame Massnahme, um den Maiszünslerdruck für das nächste Jahr tief zu halten, ist in allen Fällen das Mulchen und je nach Betriebsstrategie auch das Einarbeiten der Maisstoppeln. Je schneller die Stoppeln verrotten, desto weniger lange können sich auch Fusarienpilzsporen auf Folgekulturen wie beispielsweise Weizen verbreiten.
Rapserdfloh weiterhin überwachen
Die Situation rund um den Rapserdfloh verharrt weiterhin auf einem tiefen Niveau. Im Vergleich zum Vorjahr finden sich deutlich weniger Käfer in den Gelbfallen, was sich auch an der Anzahl befallener Pflanzen mit den typischen Schabstellen wiederspiegelt (Stand 21.09.2021). Verschiedene Ursachen könnten zum Rückgang der Anzahl Erdflöhe geführt haben. Ein anfangs milder letztjähriger Winter könnte die Entwicklung der Larven in den Pflanzen beschleunigt haben. Wenn diese die Rapspflanzen zu früh verlassen haben, um sich im Boden zu Verpuppen, könnten die kalten Tage im Februar zum Absterben vieler Larven geführt haben. Auch ein periodischer Zyklus mit starkem Auftreten der Käfer in einigen Jahren und ein natürlicher Zusammenbruch der Population könnte einen Einfluss gehabt haben.
Der verhaltene Beginn des Einflugs bedeutet aber nicht, dass nun keine Kontrollen mehr notwendig sind. Der Einflug kann mit den wärmeren Temperaturen wieder zunehmen. Dank den Niederschlägen vom letzten Wochenende konnten aber viele Rapspflanzen dem Erdfloh mit einem kräftigen Wachstumsschub davon wachsen. Grössere Pflanzen können nun auch mehrere Schabstellen des Erdflohs problemlos verkraften, so dass eine Behandlung gegen die adulten Käfer in vielen Fällen nicht angezeigt ist. Mit einer Gelbfalle, ebenerdig im Boden vergraben, kann der Haupteinflug weiter überwacht werden. Mit wöchentlichen Auszählungen kann anschliessend abgeschätzt werden, ob es im Verlauf des Oktobers eine Behandlung gegen die Larven des Erdflohs benötigt. Dazu müssen während drei Wochen zusammengezählt mindestens 100 Käfer in der Gelbfalle gefangen werden. Eine späte Behandlung im Oktober gegen die Larven bringt den zusätzlichen Vorteil, dass die angewendeten Pyrethroide länger wirken als noch im September. Bis die Erdflohlarven jedoch aus dem Boden in die Rapspflanzen kriechen, dauert es ab dem Haupteinflug der adulten Käfer je nach Temperaturen mindestens zwei bis drei Wochen.
23.09.2021/ BZ Wallierhof, Gaetano Mori


