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Rapserdfloh: Kontrolle der Larven

In der zweiten Oktoberhälfte sollte der Raps auf das Auftreten von Rapserdflohlarven kontrolliert werden. Auf Parzellen, wo bereits eine Behandlung der adulten Käfer stattgefunden hat, kann überprüft werden, ob die Behandlung die Eiablage der Käfer verhindern konnte. Wo bisher noch nicht behandelt wurde, macht eine Auszählung der Larven Sinn, um das Schadpotential abzuschätzen.
Der Einflug der Erdflöhe verharrte dieses Jahr auf tiefem Niveau. Das Wetter spielte mit. Bei den Haupteinflügen in den letzten Jahren war die Witterung eher trocken und warm. Nach dem Einflug dauert es ungefähr 10 bis 15 Tage, bis die Weibchen mit der Eiablage beginnen. Diese kann bei milden Temperaturen bis tief in den Winter erfolgen. Bis die Larven aus den Eiern schlüpfen, muss eine bestimmte Temperatursumme erreicht werden (200 Gradtage über 4°C Tagesdurchschnitt). Im Gegensatz zum warmen letzten Jahr dauert es dieses Jahr länger, bis diese Temperatursumme erreicht wird. Zum jetzigen Zeitpunkt dürften deshalb kaum Larven geschlüpft und in den Pflanzen zu finden sein.
Geschlüpfte Larven kriechen aus dem Boden und bohren sich in die Blattstiele hinein, wo sie sich entwickeln. Auch hier gilt, je wärmer die Temperaturen, desto schneller läuft die Entwicklung ab. Ausgewachsene Larven wandern vom Blattstiel in Richtung Stängel. Geschieht dies aufgrund der schnellen Larvenentwicklung bereits im Spätherbst, erreichen die Larven den Vegetationskegel eher, da dieser im Rosettenstadium noch am Boden ist. Begeben sich die Larven aufgrund der langsameren Entwicklung erst gegen Ende Winter in Richtung Stängel, kann der Raps mit einsetzendem Längenwachstum den Larven «davonwachsen». Das Schadpotential der Larven hängt demnach stark vom Temperaturverlauf im Herbst ab.

Schadschwelle ermitteln

Ein Larvenbefall im Feld kann festgestellt werden, wenn weisslich bis bräunlich verfärbte Frassgänge an den Blattstielen gefunden werden. Wird der Stängel an dieser Stelle aufgebrochen, findet man häufig die ein bis zwei Millimeter kleine Erdflohlarve mit weissem Körper und braunem Kopf. Weisen 7 von 10 Pflanzen mindestens eine Larve auf, ist die Bekämpfungsschwelle überschritten. Die einfachere Methode, um den Larvenbefall zu überprüfen, ist die Berlèse Methode. Dafür werden im Feld 25 Pflanzen ausgerissen und die Wurzeln und Blätter abgeschnitten, so dass nur noch die Blattstängel übrigbleiben. Die Pflanzen werden an einem warmen und trockenen Ort auf ein Gitter über einem Becken gelegt, damit sie nach sieben bis zehn Tagen komplett dürr sind. Die Larven flüchten aus den Pflanzen und fallen in das mit Seifenwasser gefüllte Becken. Bei dieser Methode ist die Bekämpfungsschwelle überschritten, sobald zwei bis fünf Larven pro Pflanze gezählt werden. Die Bekämpfungsschwelle ist bei dieser Methode höher, da durch die langsame Trocknung sämtliche Larven die Pflanzen verlassen und gezählt werden können.
Eine Behandlung bei zwei Larven pro Pflanze ist angezeigt, wenn der Bestand Mitte Oktober mehrheitlich aus kleinen Pflanzen besteht. Grosse Pflanzen mit kräftigen Pfahlwurzeln können hingegen bis zu 5 Larven aufweisen und kommen ohne bedeutende Schäden durch den Winter. Um Erdflohschäden zu minimieren, kann eine vorgezogene Saat ab Mitte August hilfreich sein. Eine Verkürzung zum richtigen Zeitpunkt im Herbst kann das Längenwachstum immer noch verhindern. Ist eine Insektizidbehandlung angezeigt, kann diese bis am 14. November durchgeführt werden und benötigt in jedem Fall eine Sonderbewilligung.

10.10.2024 / Gaetano Mori, BZ Wallierhof

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