Biogasanlagen – koordinierter Planungsablauf vereinfacht Gesuchsverfahren
Mit der Förderung erneuerbarer Energien durch das Bundesamt für Energie BFE und andere Organisationen sowie der Sensibilisierung, vermehrt auf eine nachhaltige Produktion zu setzen, macht sich auch der Landwirt oder die Landwirtin Gedanken, in diesen Bereichen zu investieren. Vermehrt kommen landwirtschaftliche Biogasanlagen in Frage. Bis zur Realisierung des Projekts gibt es einige Hürden zu nehmen und zu kennen.
Energiepotenzial des Betriebes nutzen
Gülle und Mist, die in der Tierhaltung anfallen, enthalten Energie, die ohne weitere Behandlung ungenutzt bleibt. Bakterien sind bei idealen und gleichbleibenden äusserlichen Bedingungen in der Lage, diese Energie für ihren eigenen Stoffwechsel zu nutzen und scheiden als Nebenprodukt Methangas aus. Dieser Gärungsprozess findet im geschlossenen System der Biogasanlage statt. Das Gas wird anschliessend verbrannt und daraus entsteht Energie in Form von Wärme und Strom. Durch diesen Prozess lassen sich die Methanemissionen des Betriebes stark minimieren.
Biogasanlage und Landwirtschaftszone
Um eine Biogasanlage in der Landwirtschaftszone errichten zu können, muss diese grundsätzlich schon mal zonenkonform sein. Dies ist gegeben, wenn:
- Maximal 50 % Co-Substrate (z.B. Nebenprodukte aus der Mühle oder der Rösterei) zugeführt werden;
- Die landwirtschaftlichen Substrate vom eigenen Betrieb und allenfalls von umliegenden (innerhalb 15 km Entfernung) Betrieben stammen;
- Der Anteil des Energiegehalts der landwirtschaftlichen Substrate mindestens 10 % des Gesamtenergiegehalts der Anlage ausmacht.
Weiter werden Biogasanlagen in unterschiedliche Typen unterteilt. So gibt es die Unterteilung in «grosse» und «kleine Anlagen», aber auch in «landwirtschaftliche Vergärungsanlagen Typ A, B oder C» sowie «gewerblich-industrielle Vergärungsanlagen Typ D». Je nach Einstufung der Anlage sind unterschiedliche Nachweise für die Baugesuchsbeurteilung zu erbringen. So unterliegt eine «grosse Anlage» zum Beispiel der Pflicht der Umweltverträglichkeitsprüfung UVP. Biogasanlagen des Typs D sind in der Landwirtschaftszone nicht zonenkonform. Es bedarf hierfür eine Gewerbe- bzw. Industriezone oder es muss eine Spezialzone Landwirtschaft ausgewiesen werden.
Aufwand nicht unterschätzen
Dies gilt in zweierlei Hinsichten. Einerseits für den Betrieb der Biogasanlage. So ist es wichtig, die Bakterien im Fermenter regelmässig und mit möglichst gleichem Substrat zu versorgen. Das braucht eine gewisse Erfahrung und nimmt praktisch täglich Zeit in Anspruch. Anfallende Unterhaltsarbeiten wie periodische Serviceleistungen am Blockheizkraftwerk gehören ebenfalls zu den Arbeiten an einer Biogasanlage.
Andererseits gilt es den Aufwand für die Planung und das Bewilligungsverfahren nicht zu unterschätzen. Es gibt in der ganzen Planungsphase sehr viele technische wie auch gesetzliche Anforderungen zu beachten und letztendlich im Projekt zu vereinigen. Dazu gehören sicherlich die Projektierung der Anlage selbst, aber auch das Ausarbeiten eines Explosionsschutzkonzepts, die Prüfung der Zonenkonformität, das Erstellen diverser Nachweise bezüglich Gas- und Energieproduktion, die Abklärungen betreffend Brandschutz und Netzeinspeisung sowie das Einreichen von Gesuchen für den Erhalt von finanziellen Mitteln. Wichtig ist, dass die involvierten Organisationen sich austauschen, damit nichts doppelspurig läuft oder vergessen geht.
Koordinierter Ablauf im Planungsverfahren
Gerne unterstützen die Beraterinnen und Berater der SOBV Dienstleistungen AG die Landwirtinnen und Landwirte bei der Planung einer landwirtschaftlichen Biogasanlage. Ziel ist es, sämtliche Unterlagen für die Baugesuchseingabe koordiniert zu einem Dossier zu vereinigen. Als Dienstleistung erstellen wir das raumplanerische Gutachten mit den relevanten Nachweisen zur Zonenkonformität sowie zu den Gas- und Energieerträgen. Letztendlich kann für die Finanzierung auch bei der Solothurnischen Landwirtschaftlichen Kreditkasse SLK ein Gesuch um Prüfung von Investitionskrediten eingereicht werden. Bei einem anstehenden Biogasanlageprojekt lohnt sich die Kontaktaufnahme mit uns.
Bild: Swiss Climate
10.08.2023 / Adrian Kohler, SOBV Dienstleistungen AG


