Support

Lorem ipsum dolor sit amet:

24h / 365days

We offer support for our customers

Mon - Fri 8:00am - 5:00pm (GMT +1)

Get in touch

Cybersteel Inc.
376-293 City Road, Suite 600
San Francisco, CA 94102

About us

Lorem ipsum dolor sit amet, consectetuer adipiscing elit.

Aenean commodo ligula eget dolor. Aenean massa. Cum sociis natoque penatibus et magnis dis parturient montes, nascetur ridiculus mus. Donec quam felis, ultricies nec.

DE

Am Nachmittag des 29. September 2023 begrüsste die Projektleiterin Jennifer Jauch vom Amt für Landwirtschaft Solothurn (ALW) die Teilnehmenden vor der Mehrzweckhalle des Bildungszentrums Wallierhof zur letzten Weiterbildungsveranstaltung im Rahmen des Ressourcenprogramms Humus. Nach einigen einführenden Worten zum aktuellen Projektstand, begaben sich die Teilnehmenden zur Parzelle und starteten mit den Aktivitäten an vier verschiedenen Posten.

Spatenprobe

Liv Kellermann und Franziska Büeler von der Hochschule für Agrar-, Forst- und Lebensmittelwissenschaften (HAFL) führten gemeinsam mit den Teilnehmenden eine Spatenprobe nach der neuen "Spatenprobe BodenDOK"-Methode durch. Diese innovative Methode vereint die verschiedenen anerkannten Methoden für die Spatenprobe in der Schweiz und wurde in Zusammenarbeit von Institutionen wie der HAFL, Agridea, FiBL und Agroscope entwickelt.

Die "Spatenprobe BodenDOK" bietet der Landwirtschaft eine unkomplizierte Möglichkeit zur Untersuchung von Bodenschichten, Aggregaten, Farbe und Geruch. Sie ermöglicht die Einschätzung des Zustands der Bodenstruktur und die Ableitung eventueller Anpassungen in der Bewirtschaftung. Wenn die Spatenprobe in jedem Feld alle 2 bis 3 Jahre wiederholt wird, bietet sie den Bewirtschaftenden eine gute Möglichkeit, um abzuschätzen, wie sich der Boden durch die landwirtschaftliche Nutzung entwickelt.

Die Grundlagen zur Spatenprobe und sämtliche Dokumente sind auf der Website www.spatenprobe.ch in drei Landessprachen verfügbar. Zusätzlich stehen die Formulare seit diesem Herbst auch in Form einer App zur Verfügung.

Bodenprofil

Oberhalb des Wallierhofs wurde auf einer Parzelle mit einer Neigung von etwa 10 bis 15% ein Bodenprofil freigelegt. Auf der Parzelle wurde Getreide angebaut und nach der Ernte eine Gründüngung ausgesät.

Gemeinsam mit Stéphane Burgos von der HAFL untersuchten und beurteilten die Anwesenden das Bodenprofil genau. Zuerst identifizierten sie die verschiedenen Bodenschichten und markierten diese mit Holzstäbchen. Dabei zeichneten sich die verschiedenen Schichten einer Parabraunerde deutlich ab. Parabraunerde bedeutet, dass sich die Tonpartikel im Laufe der Zeit aus den oberen Bodenhorizonten in tiefere Schichten verlagert haben. Der humusreiche Oberboden reicht etwa 28 cm tief. Danach folgen drei Unterbodenschichten mit unterschiedlicher Struktur und Tonanteilen. Auf etwa 1 Meter Tiefe trifft man schliesslich auf das ursprüngliche Ausgangsgestein, in diesem Fall Moräne.

Die Teilnehmenden schätzten den Tongehalt jeder Schicht mittels einer Fühlprobe und bewerteten zudem die Bodenstruktur anhand der Art und Form der Bodenaggregate. Der Tongehalt im Oberboden beträgt etwa 18%, während er im Unterboden zwischen 23 und 29% liegt. Die vertikale Auswaschung von Ton aus dem Oberboden in die unteren Schichten ist deutlich fühlbar. Allerdings hat die dritte Schicht auf einer Tiefe zwischen 45 und 76 cm die höchste Tonanreicherung. Dass der Tonanreicherungshorizont so weit oben zu liegen kommt, lässt auf Erosion schliessen. Durch die Erosion werden die Bodenpartikel an den Hangfuss geschwemmt und so die Mächtigkeit des Unterbodens verringert. Bei der Strukturbewertung stellten sie zudem eine leichte Verdichtung im Unterboden fest.

Obwohl die Gründüngung erst nach der Getreideernte ausgesät wurde, waren Wurzeln bis zu einer Tiefe von 1m sichtbar, ebenso wie Wurmgänge bis in etwa 75cm Tiefe. Zusammen mit dem Anteil der Steine im Boden lässt sich durch die Tiefe der Durchwurzelung und der Wurmgänge die pflanzennutzbare Gründigkeit schätzen. Bei dem Bodenprofil am Wallierhof sind es etwa 65 cm. Trotz ursprünglich kalkhaltigem Ausgangsgestein wurde der Kalk im Laufe der Zeit vollständig ausgewaschen und der pH-Wert liegt nun bei rund 5.5.

Gründüngungsmischungen

Der Pflanzenbaulehrer Samuel Tschumi begrüsste die Teilnehmenden an seinem Posten und bat sie, herauszufinden, welche vier Gründüngungsmischungen ausgesät wurden. Als Hilfsmittel konnten sie auf den Katalog von Samen Steffen zurückgreifen. Nach sechs Jahren des Projekts hatten die Teilnehmer jedoch eine solide Artenkenntnis entwickelt und konnten die verschiedenen Mischungen rasch identifizieren. Es wurden Vor- und Nachtteile der verschiedenen Mischungen gemeinsam miteinander diskutiert und Erfahrungen ausgetauscht.

Nach der Gerstenernte wurden die vier Mischungen - Quattro, Tre, Zero und Sec - am 27. Juli angelegt. Bei der Weiterbildung wuchsen die Gründüngungspflanzen mehr als kniehoch, und alle Mischungen hatten sich gut entwickelt.

Humusbilanz

Annika Winzeler vom ALW Solothurn führte auf spielerische Weise durch die Berechnung der Humusbilanz mit dem Humusbilanz-Tool von Agroscope. Das Tool wurde von den Teilnehmenden während den letzten sechs Projektjahren jährlich verwendet, um die Humusbilanz für den Betrieb zu berechnen. Das Humusbilanz-Tool unterstützt die Einschätzung landwirtschaftlicher Bewirtschaftungspraktiken hinsichtlich der Erhaltung der Bodenfruchtbarkeit. Die Methode berechnet, ob die Humusbilanz des Bodens im Gleichgewicht ist und ob Humusverluste aufgrund der Mineralisierung durch die Zugabe von organischem Material ausgeglichen werden können. Die Berechnung berücksichtigt Bodeneigenschaften wie Tonanteil, pH-Wert, angebaute Kulturen, Zwischenkulturen und organische Düngung.

Um das Konzept der Humusbilanz zu verdeutlichen, wurden die Teilnehmenden gebeten, den Humusverlust durch Mineralisierung von Winterweizen mithilfe einer Waage auszugleichen. Verschiedene Holzklötze mit unterschiedlichen Gewichten standen zur Verfügung. Jeder Klotz repräsentierte das Potenzial einer Massnahme zum Aufbau von Humus in Kilogramm pro Hektar. Als Massnahmen standen Gründüngungen und Untersaaten, organische Düngung, der Anbau von Kunstwiese in der Fruchtfolge oder auch das Zurücklassen von Ernterückständen auf dem Feld (wie z.B. Stroh) zur Verfügung. Diese Übung verdeutlichte eindrucksvoll, wie die einzelnen Massnahmen, aber auch Faktoren wie der Bodentyp, die Humusbilanz beeinflussen können. Ein tonreicher Boden weist eine höhere Mineralisierungsrate auf und erfordert daher mehr Massnahmen, um eine ausgewogene oder positive Humusbilanz zu erreichen.

Bei der Interpretation der Ergebnisse ist es wichtig, sich auf die Gesamtbilanz zu fokussieren. Weil das Tool die Mineralisierung als Durchschnitt über alle Parzellen berechnet, ist das Bilanzergebnis pro Parzelle eher ungenau. So wurde betont, dass es durchaus angebracht ist, die Ergebnisse kritisch zu hinterfragen. Die genaue Menge des gewonnenen oder verlorenen Humus ist nicht so entscheidend. Hingegen bietet der Ergebnisbereich eine Orientierung, ob man humusfördernde Massnahmen in der aktuellen landwirtschaftlichen Bewirtschaftung einführen oder erweitern sollte oder ob die bestehende Bewirtschaftungsweise beibehalten werden kann.

Wie weiter?

Das Ressourcenprojekt Humus befindet sich aktuell im sechsten und somit letzten Projektjahr für die teilnehmenden Betriebe. Es folgen noch zwei Jahre für die wissenschaftliche Begleitung und das Wirkungsmonitoring.

In diesem Herbst werden Stéphane Burgos und sein Team von der HAFL die letzten Feldmessungen durchführen. Anschliessend werden die Ergebnisse einer umfassenden Analyse unterzogen. Bei diesen Messungen werden Bodenproben an denselben 75 Parzellen genommen wie im Jahr 2018. Dabei erfolgt nicht nur die Messung des organisch gebundenen Kohlenstoffs (Corg), sondern auch die Analyse der Lagerungsdichte der Feinerde und die Prüfung der strukturellen Stabilität. Darüber hinaus wird die Bodenstruktur anhand einer Spatenprobe ermittelt. Es wird untersucht, ob sich die Messergebnisse aufgrund der in den letzten sechs Projektjahren durchgeführten Massnahmen verändert haben.

Die fertigen Ergebnisse werden im Laufe der nächsten beiden Jahre vorliegen. Das Projekt endet dann offiziell Ende 2025. Im Herbst 2024 ist eine Abschlussveranstaltung geplant, an der die Aktivitäten im Projekt, die AHA-Erlebnisse und die Ergebnisse aus der wissenschaftlichen Begleitung und dem Wirkungsmonitoring allen Interessierten vorgestellt werden. Wir sind gespannt und freuen uns darauf, Sie darüber zu informieren.

09.11.2023 / Jennifer Jauch, Amt für Landwirtschaft

Zurück

Einstellungen gespeichert
Datenschutzeinstellungen