Die wechselhafte Witterung fordert heraus
Trotz kalter Witterung und teilweise Schneeregen fanden sich rund 45 Teilnehmer zur Flurbegehung des Landwirtschaftlichen Vereins Gäu- Untergäu am 23. April ein. Rund um den Betrieb von Thomas Meile in Wolfwil wurde durch das Bildungszentrum Wallierhof zu Themen im Acker- und Futterbau sowie zur Nährstoffbilanzierung informiert.
Liniensorten bevorzugen
Zentrales Thema im Ackerbau war die kalte Witterung und die damit verbundenen Herausforderungen. Barbara Graf zeigte am Beispiel der Wintergerste auf, dass etwa der Einsatz des Wachstumsreglers Etephon im intensiven Anbau aktuell gut überlegt werden muss, allenfalls darauf verzichtet werden soll. Die durch die kalten Temperaturen gestressten Bestände könnten bei einem falsch getimten Einsatz mehr Schaden als Nutzen davontragen. Beim Thema Gerste warb Graf für den Einsatz von Liniensorten. So könnten die besten Liniensorten mit den Hybridsorten beim Ertrag mithalten, bei deutlich geringeren Saatgutkosten. Zudem werde die einheimische Saatgutvermehrung unterstützt.
Planbilanz rechnen
Micha Wyss, am Wallierhof im Bereich Pflanzenbau tätig, zeigte an einem Bio-Weizenbestand die Situation betreffend Blattgesundheit im Getreide auf. Besonders hoch ist aktuell der Septoria-Befallsdruck, während Mehltau durch die häufigen Niederschläge kein Thema ist. Am Beispiel einer für die Maisaussaat vorbereiteten Mulchsaatfläche, zeigte Wyss diverse Punkte zur konservierenden Bodenbearbeitung auf.
Die Anpassungen auf das Jahr 2024 bei der Nährstoffbilanzierung war Thema von Corinna Pünter, am Wallierhof im Bereich Düngung und Ressourcenschutz tätig. Durch den Wegfall der 10-Prozent Toleranz bei Stickstoff und Phosphor und der angepassten Anrechnung der Stickstoffeinsparung auf der schleppschlauchpfilchtigen Fläche ist eine genauere Planung wichtig. In diesem Zusammenhang empfiehlt Pünter die Erstellung einer Planbilanz, welche aufgrund der Änderungen für das Jahr 2024 durch den Wallierhof gratis erstellt wird.
02.05.2024 / Adrian Rudolf


