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Die Hofübergabe ist ein komplexer und emotionaler Prozess, der weit über die blosse Besitzübertragung hinausgeht. Er betrifft die gesamte Familie und ist von rechtlichen, finanziellen und zwischenmenschlichen Aspekten geprägt. Eine frühzeitige und sorgfältige Planung ist entscheidend für eine erfolgreiche Übergabe.

Rechtliche und finanzielle Aspekte

Die rechtlichen Rahmenbedingungen sind in der Schweiz vor allem durch das Bäuerliche Bodenrecht (BGBB) geregelt. Dieses Gesetz hat das Ziel, landwirtschaftliches Land vor Spekulation zu schützen und die Existenz der Bauernfamilien zu sichern.
Das BGBB sieht vor, dass landwirtschaftliche Gewerbe innerhalb der Familie zum Ertragswert und nicht zum höheren Verkehrswert übergeben werden. Dies soll die Hofnachfolge erleichtern und verhindern, dass der Betrieb durch hohe Schulden untragbar wird.

Ertragswert

Für die Übergabe zum Ertragswert muss der Betrieb die gesetzlichen Kriterien eines landwirtschaftlichen Gewerbes erfüllen.

Finanzierung

Auch bei der Übernahme zum Ertragswert sind oft hohe Summen nötig. Nebst dem Ertragswert kauft die übernehmende Person zudem auch das Inventar des Betriebes ab. Die Finanzierung kann durch Eigenkapital, Erbvorbezüge, Darlehen von den Hofübergebenden oder Dritten erfolgen. Zudem kann, wenn die gesetzlichen Bedingungen erfüllt werden, bei der Soloth. Landw. Kreditkasse um eine Starthilfe als rückzahlbares Darlehen ersucht werden. Hierbei gilt es zu beachten, dass Starthilfegesuche einem längeren Bearbeitungs- und Bewilligungsverfahren unterliegen und deshalb frühzeitig eingereicht werden müssen.

Steuern

Bei einer Hofübergabe fallen Steuern und AHV-Abgaben an. Damit nach der Übergabe keine Überraschung erfolgt, ist eine gute Planung zwingen. Die Steuerbelastung hängt unter anderem davon ab, wie hoch die Liegenschaften und das Inventar in der Bilanz der Buchhaltung ausgewiesen sind und wie hoch die Differenz zum Verkaufspreis ist.

Herausforderung nach der Hofübergabe

Damit auch nach der Hofübergabe familienintern kein Zwist entsteht, sind die zwischenmenschlichen Aspekten bereits zuvor zu thematisieren. Wir empfehlen bereits von Anfang an die gesamte Familie zu informieren, damit sich niemand benachteiligt fühlt. Zudem ist eine klare Kommunikation zwischen den Übergebenden und Übernehmenden sehr wichtig, gerade auch wenn es um strukturelle Veränderungen auf dem Betrieb geht.

Planung

Wir empfehlen den Prozess fünf Jahre im Voraus zu starten. Dies gibt allen Beteiligten genügend Zeit, um sich mit der Übergabe auseinanderzusetzen.

An wen kann ich mich wenden?

Bei Fragen steht Ihnen das Beratungsteam der SOBV Dienstleistungen AG zur Verfügung (032 628 60 60 oder info@sobv.ch). Weitere Infos zum Beratungsangebot der SOBV Dienstleistungen AG finden Sie hier.

02.10.2025 / Matthias Widmer

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