Kulturen beochachten
Die Getreideernte steht kurz bevor, die Gerste befindet sich vielerorts in der Teigreife. Wenn dem stürmischen Wetter dieser Woche warme Temperaturen folgen, kann das Getreide schnell abreifen.
Getreide
Kurz vor der Ernte stehende Getreideparzellen sollten nochmals kontrolliert werden. Blühende Problemunkräuter wie Blacken, Disteln oder Neophyten sollten dringend abgeschnitten und im Kehricht entsorgt werden, damit deren Ausbreitung über Samen sowohl in den eigenen wie auch auf fremde Parzellen vermieden werden kann. Weiter ist es wichtig, dass Stellen mit Problemunkräutern in den Aufzeichnungen vermerkt werden und nach der Ernte sowie auch in der Folgekultur gezielt bekämpft werden.
In Weizenfeldern sollten die vorhandenen Krankheiten bestimmt werden. Die Witterung der letzten Wochen hat die Ausbreitung diverser Getreidekrankheiten begünstigt – ein besonderes Augenmerk sollte auf die Fusarien gelegt werden (www.fusaprog.ch). Die in der Weizenblüte erfolgten Infektionen werden jetzt sichtbar, beispielsweise in Form von tauben Ähren, orangefarbenen Sporen oder dunkel-braunen Ringen mit hellem Fleck an den Ährchen (siehe Bild). Die gemachten Beobachtungen sollen festgehalten werden. Sie helfen, bei der Anbauplanung 2022 Anpassungen vorzunehmen. Unter anderem beinhaltet dies die Parzellenwahl für eine Kultur, die Sortenwahl, die Bodenbearbeitung sowie die Pflanzenschutzstrategie.
Mais
Das Wetter wirkt sich positiv auf das Maiswachstum aus. Nach zögerlichem Start im kalten Mai oder später Saat im Juni wächst er nun schneller in die Höhe. Auf Feldern, welche spät gesät wurden und sich erst im 4-6-Blatt-Stadium befinden, wird noch die zweite Düngergabe fällig. Diese Gabe kann mit Harnstoff oder Gülle erfolgen und ist wichtig für die Kolbenbildung und –füllung.
Die Unkrautregulierung im Mais sollte abgeschlossen sein. Auf dem Bild ist eine Parzelle, in welcher links gehackt wurde und rechts ein Herbizid gespritzt wurde. In diesem Jahr war die mechanische Unkrautregulierung schwierig, da wetterbedingt nur an wenigen Tagen in die Felder gefahren werden konnte. Demensprechend hat es im mechanischen Verfahren besonders in den Maisreihen sichtbar mehr Unkraut als im gespritzten Verfahren. Bis jetzt hat die Verunkrautung dem Mais nicht geschadet, da genügend Wasser zur Verfügung stand. Im gehackten Verfahren war der Mais zweitweise sogar besser entwickelt und vitaler als im Herbizid-Verfahren. Wie sich die Verunkrautung auf die weitere Entwicklung des Maises auswirkt, wird sich noch zeigen.
In den nächsten Tagen beginnt die Überwachung des Maiswurzelbohrers. In der ganzen Schweiz stellen die Kantonalen Pflanzenschutzfachstellen zu diesem Zweck Fallen in ausgewählte Maisfelder. In regel-mässigen Abständen kontrollieren sie diese auf Fänge von Maiswurzelbohrer-Käfern. Fänge können bis September gemacht werden, weshalb definitive Fruchtfolgeeinschränkungen nicht vorher kommuniziert werden können.
Kartoffeln
Im Juni waren die Bedingungen für die Krautfäule ideal – mit der anhaltend feuchtwarmen Witterung bleibt dies weiterhin so. Bei Phytopre (www.phytopre.ch) können die aktuellen Befallsmeldungen eingesehen werden.
Die Kartoffeln müssen kontrolliert und der Fungizidschutz erneuert werden. Mit dem Fungizid wird gewährleistet, dass die Sporen von den Blättern nicht auf die Knollen gelangen. Deshalb ist es wichtig, dass der Fungizidschutz bis zur Krautvernichtung aufrechterhalten wird. Dies sollte mit einem teilsystemischen Mittel mit abstoppender Wirkung gemacht werden, da diese auch die Knollen schützen. Bei der Mittelwahl ist zudem auf eine gute Alternaria-Wirkung zu achten. Der Schwächepilz wird sich mit der zunehmenden Blattalterung und aufgrund des Wetters weiter ausbreiten.
Zuckerrüben
In den Zuckerrüben machen sich nach den starken Regenfällen die bakteriellen Pseudomonas-Blattflecken bemerkbar. Die Pseudomonas-Blattflecken treten ab Reihenschluss nach längeren Regenperioden, Hagel oder feuchtkühlem Wetter auf. Auf den Blättern bilden sich dunkle Flecken von unre-gelmässiger Form und Grösse. Häufig treten diese Flecken entlang der Blattadern auf. Die Flecken haben einen breiten, schwarzbraunen Rand. Den bakteriellen Flecken kann durch eine gute Feldhygiene vorgebeugt werden. Eine Bekämpfung ist nicht zugelassen.
Die Pseudomonas-Blattflecken dürfen nicht mit Cercospora-Blattflecken verwechselt werden. Die durch Pilzbefall versursachten Cercospora-Blattflecken sind klein, hell und rund sowie von einem rötlichen Rand umgeben und wurden bis jetzt noch nicht gefunden.
01.07.2021/ Barbara Graf, BZ Wallierhof


