Rapsschädlinge überwachen
Mit den wärmeren Temperaturen sind auch die ersten Schädlinge im Raps unterwegs. Aus den letztjährigen Rapsparzellen fliegen im Frühjahr der Rapsstängelrüssler und von Hecken und Waldrändern der gefleckte Kohltriebrüssler in den Raps ein. Gelbfallen zur Überwachung des Einfluges sollten deshalb auf der Seite von vorjährigen Rapsparzellen aufgestellt und regelmässig kontrolliert werden.
Unterscheiden lassen sich die Käfer in der Gelbfalle nur sehr schwer. Der Rapsstängelrüssler ist gräulich-schwarz mit schwarzen Füssen. Er sticht nach einem Reifungsfrass von ca. 10 Tagen für die Eiablage in den Haupttrieb und ist für den grösseren Schaden verantwortlich. Der gefleckte Kohltriebrüssler hat auf dem Rücken einen auffallend hellen Fleck und bei genauem betrachten fallen die rötlich gefärbten Füsse auf. Er legt seine Eier in die Blattstiele und nicht in den Stängel und verursacht dadurch nur geringe Schäden.
In den Gelbfallen hatte es bisher keine (Recherswil, Oensingen) oder erst einzelne Rapsstängelrüssler (Riedholz, Selzach). Eine Behandlung ist zu diesem Zeitpunkt sicher noch verfrüht, der Haupteinflug war bis am Montag noch nicht erfolgt. Vor einer allfälligen Behandlung muss zuerst die Schadschwelle überschritten sein. Dies ist der Fall, wenn bei einer Rapsstängelhöhe von 1-5cm 10-20% der Pflanzen Einstiche am Haupttrieb aufweisen.
Spritze auswintern
Viele Pflanzenschutzspritzen werden über den Winter zur Vorbeugung von Schäden mit einem Frostschutzmittelgemisch gefüllt. Im Rahmen eines Pflanzenschutzmittel Ressourcenprojekts in der Ostschweiz wurden im letzten Frühjahr in Fliessgewässern punktuell Einträge des Korrosionsschutzmittels Benzotriazol festgestellt, welches auch in solchen Frostschutzmitteln enthalten ist.
Vor dem ersten Einsatz der Spritze im neuen Jahr muss dieses Gemisch deshalb sachgerecht auf dem Spritzen-waschplatz ins Gülleloch oder die Pflanzenschutzmittel Waschwasserbehandlungsanlage geleitet werden. Zusätzlich macht ein Durchlauf der Innenreinigung auf dem Waschplatz Sinn, um solche Punkteinträge aus der Landwirtschaft möglichst zu vermeiden. So kann die Landwirtschaft mit einem guten Beispiel vorangehen, auch wenn solche Frostschutzmittel auch im nichtlandwirtschaftlichen Bereich verwendet werden.
03.03.2022 / Gaetano Mori, BZ Wallierhof


