Sparmassnahme beim Startpunkt Wallierhof abgewendet
Der Regierungsrat hatte im Rahmen der Sparmassnahmen geplant, in Zukunft nur noch 28 statt 38 Plätze des dualen Schulbrückenangebotes Startpunkt Wallierhof finanziell zu unterstützen. Schon in einer frühen Phase der politischen Diskussion hat sich der Solothurner Bauernverband als Träger dieses wichtigen schulischen Angebots gegen diese Sparmassnahme gewehrt. In Zukunft wird der Bedarf nach solchen Schulprogrammen zunehmen und wenn die betroffenen Jugendlichen nicht über den Startpunkt Wallierhof weitergebildet werden können, werden andere ähnlich gelagerte Schulprogramme genutzt werden müssen, was ähnliche oder sogar höhere Kosten verursacht, so die Argumentation des SOBV. Auch würde die geplante Kürzung die Schule als Ganzes in Frage stellen, was angesichts der sehr hohen Erfolgsquote, rund 90% der Teilnehmenden erzielen erfolgreich eine Anschlusslösung in der Berufsbildung, unbedingt verhindert werden muss, so die weitere Argumentation. Da die Regierung an der Sparmassnahmen beim Startpunkt Wallierhof festhielt, reichte die Fraktion Mitte EVP unter Federführung von Kantonsrat Edgar Kupper einen Auftrag ein, um diese Kürzung rückgängig zum machen.
Kantonsrat hebt die Sparmassnahme auf
«Es geht um junge Menschen und nicht um nackte Zahlen. Die Kürzung beim Brückenangebot Wallierhof verfehle das Ziel und werde Mehrkosten auslösen», betonte der Fraktionssprecher der Mitte, Matthias Meier-Moreno. Auch der Fraktionssprecher der Grünen, Heinz Flück, wies darauf hin, dass es nicht zielführend sei, dieses bewährte und sehr erfolgreiche Brückenangebot zu schwächen und weniger Plätze zu finanzieren. Der SP- Sprecher Matthias Racine, unterstrich in seiner ausführlichen Wortmeldung, dass der Startpunkt Wallierhof ein wichtiges Element für junge Erwachsene sei, um einen guten Einstieg in das Berufsleben zu ermöglichen. Die praktische Arbeit und das Wohnen auf einem Bauernhof während des Startpunktjahres sei eine wichtige Erfahrung und Persönlichkeitsbildung für junge Menschen, welche die Berufsschulreife noch nicht erreicht haben. Auch eine Minderheit der Fraktion FDP/GLP war klar der Meinung, dass das Angebot sehr gut besucht werde und der Kanton nur so viel Schulplätze mitfinanziere, wie auch beansprucht werden. Daher sei es wichtig, dass der Kanton auch weiterhin maximal 38 Plätze mitfinanziere und nicht gekürzt werde, so Kantonsrätin Manuela Misteli.
Die Finanzkommission stellte sich grossmehrheitlich hinter die Sparmassnahme des Regierungsrats, ebenso auch die SVP und eine Mehrheit der FDP/GLP insbesondre darum, weil sie nicht wollten, dass eine «Aufschnürung» des gesamten Sparpakets vom Kantonsrat vorgenommen wird. Sie warnten davor, einzelne Elemente herauszulösen.
Bei der Schlussabstimmung wurde der Auftrag mit 54 Ja zu 39 Nein und 2 Enthaltungen erheblich erklärt und die Sparmassnahme somit aufgehoben.
26.06.2025 / SOBV


